Rallye

Ende gut, alles gut – Platz 16. Gesamt von 72 Startern

Liebe Motorsportfreunde,

am Wochenende stand wieder einmal die Rallye Bad Emstal im Kalender. Dieses Jahr als Team mit Silvi als Co – es war quasi ihre Heimveranstaltung da sie in der Ecke wohnt. Ihr Wunsch war diese Rallye schon immer einmal zu fahren und das Ziel zu sehen, was uns auch gelang. Doch bei dieser Rallye gab es eine Menge „Nebengeräusche“ mit denen es galt zu Recht zu kommen – doch wie immer schön der Reihe nach.

Eigentlich dachte ich, das Problem mit dem schlecht startenden M3 hat sich erledigt, doch am Donnerstag als ich zum Tanken wollte, sprang das Auto fast nicht an. Masseband tauschen brachte keine Änderung – ich dachte einfach mal die Batterie laden, dann geht es schon. Doch leider ging trotz geladener Batterie nichts am Freitag – mit Fremdbatterie sprang das Auto an wie eine Eins. Ok aufgeben ist nicht, als Lösung half uns kurzfristig eine „Powerbank-Lösung“, denn sobald das Auto warm war, funktionierte auch das Starten wieder.

Aber es kam noch dicker mit Elektronikproblemen – denn kurz bevor ich in Wolfhagen ankam, leuchtete in meinem Zugfahrzeug für das Gespann „kein Ladestrom mehr vorhanden“ auf. Ich schaffte es gerade noch so bis zum Anhängerplatz – ok ich ahnte die Lichtmaschine ist wohl kaputt, aber zumindest bin ich angekommen. Hilft ja nix, wir mussten am Freitag noch die Abnahmen erledigen, damit wir am Samstagfrüh zum Aufschrieb starten konnten, also ignorieren und erst einmal die Rallye irgendwie hinbekommen. In Bad Emstal ist es meist „anstrengend“ die Abnahmen zu meistern, aber diesmal gab es keine Probleme, ich fuhr mit dem Rallyeauto zur Pension.

Am nächsten Morgen hieß es um 7.00 Uhr auf zum Aufschrieb erstellen – der Zeitplan ist hier recht eng, nur bis 10.45 Uhr durften wir die Strecken abfahren. Das klappte aber schon wirklich gut mit Silvi, überhaupt ist der Spaßfaktor im Auto da und das ist die positive Nachricht des Wochenendes!

Um 12.55 Uhr war es dann soweit, wir starteten in die Rallye Bad Emstal und machten uns auf den Weg zur WP1. Ein starkes Starterfeld – alleine in unserer Klasse waren 2 Toyota Yaris und starke BMW M3‘s – wir hatten nur im Kopf irgendwie mit der Powerbank den Tag zu meistern ohne, dass das Auto nicht mehr anspringt, was auch gelang. Die erste WP war eine schnelle Strecke über Wirtschaftswege die schnell durch den Wald über Kuppen bis an den Ortsrand führte – eigentlich keine Strecke um gut reinzukommen, hier muss alles passen.  Im Ziel überraschten wir mit der 18. Zeit Gesamt als alle noch im Rennen waren, damit hatten wir wirklich nicht gerechnet. Die Reifenwahl mit Mediumreifen war genau richtig bei sonnig und zunächst trockenen Strecken.

Nun ging es zur WP 2, die mit der Sprungkuppe über die Bahngleise, einem kurvenreichen Landstraßenstück durch den Wald und eine Runde durch das Sägewerk mit einem Schotterstück das wenig Gripp bot. Im Wald, im kurvigen Bergauf-Abschnitt, war es zum Glück anders als am Morgen trocken und der Wind hatte das Laub von der Straße geblasen. Hier lief es ohne Probleme richtig gut, die 20. Zeit im Gesamt war erneut super.

Jetzt kam die WP 3 mit einem Zuschauerrundkurs in der es 3 Runden + Auslaufrunde mit etlichen Bremsschikanen und Schotterstücken zu meistern. Leider liefen wir gleich in Runde 2 an einer Stelle, an der man nicht überholen konnte auf den Porsche unseres befreundeten Rallyekollegen Kai Weidlich auf der in langsamer Fahrt mit Plattfuß unterwegs war. Dieser machte sobald er uns bemerkt hatte in der Wiese fair Platz, aber wir hatten doch einiges an Zeit verloren – trotz fehlerfreier Fahrt reichte es nur für die 28. Zeit im Feld.

Anschließend WP4 ein Rundkurs in einem Industriegebiet mit einer langen Ausfahrt über unebene Wirtschaftswege und einem weiteren Sprung über eine Kuppe im Ort. Hier hatte ich noch aus dem Vorjahr die berüchtigte Zeitstrafe für das angebliche tuschieren einer Bremsschikane, die uns den Sieg gekostet hatte, im Hinterkopf. Wir versuchten sauber durch zu kommen und keine Fehler zu machen, ich fuhr teilweise wohl etwas zu vorsichtig und so reichte es nur für die 25. Zeit, aber ich wusste, im nächsten Durchgang geht das schneller…

Dann ging es in die Reifenwechselzone – wir änderten nichts außer dem Lampenbaum zu montieren. Wir hofften, dass der Wetterbericht vom Vormittag noch stimmte und es trocken bleibt. Die Sonne verschwand aber hinter dunklen Wolken und als wir in die zweite Schleife starteten, fing es an zu tröpfeln – es gab Regenbogen was nett anzuschauen war, doch die bessere Wahl wäre vielleicht doch gewesen, auf Softreifen (die im Regen funktionieren) zu gehen…

Im langen Rundkurs auf WP5 waren wir leider 7 Sekunden langsamer als im ersten Durchgang, hatten keine Fehler und gefühlt war es nicht langsamer als zuvor, manchmal täuscht einem das Gefühl und die Uhr sagt etwas anderes aus… Dann kam wieder WP6 mit dem Sägewerk und auch hier kam ich erneut nicht an die Zeit aus dem ersten Durchgang heran, 3 Sekunden langsamer als zuvor, doch vielleicht war ich auch einfach vorsichtiger wegen nassen Stellen auf der Strecke.

Auf der Sprintprüfung WP7 ging es erneut in den Rundkurs, aufgrund einer Verzögerung war es schon relativ dunkel und auch feucht. Die Reifen und Bremsen am Start ebenfalls abgekühlt, nicht ideal, das Problem hatten aber alle. Daher waren in diesem Durchgang die Zeiten auch langsamer als zuvor, es reichte für die 20. Zeit der Wertung. Nun wäre eigentlich als WP8 nochmal der Rundkurs im Industriegebiet dran gewesen, doch dazu kam es leider nicht mehr. Ein Vollpfosten von Anwohner schüttete Altöl! auf die Fahrbahn und so musste aus Sicherheitsgründen die Prüfung annulliert werden. Ich hoffe nur, dieser wird angeklagt und muss dafür zahlen! Unglaublich, was geht in den Köpfen von solchen Leuten vor – die gehören weggesperrt!

Wir waren dann zumindest glücklich im Ziel, Platz 16 Gesamt und 6. In der Klasse war super. Doch es war ja noch die Sache mit dem Zugfahrzeug, mit dem ich irgendwie nach Hause kommen musste am Sonntag. Die Fahrt zur Pension war eine Katastrophe – als ich ankam funktionierte von der Elektronik fasst nichts mehr, so konnte ich unmöglich die Heimfahrt antreten. Nun bewahrheitete sich wirklich, dass die gelben Engel vom ADAC einen retten können. Die Plus-Mitgliedschaft hat sich hier tatsächlich gelohnt, am Sonntag schickte man mir einen Abschlepp-Lkw der mit Anhängerkupplung ausgestattet war und mich und das Gespann sicher nach Würzburg brachte. Ihr könnt Euch sicher vorstellen wie erleichtert ich war, als ich zu Hause das Rallyeauto in der Garage und das Zugfahrzeug in der Werkstatt parken konnte.

Anfang November steht noch ein Start bei der Saarlandrallye im Raum, evtl. mit Michael als Co. Ich hoffe am Auto ist alles ok und wir können die Rallye fahren, wir freuen uns darauf einen schönen Saisonabschluss hinzulegen.

Es grüßt Euch 

Jürgen mit Team

Platz 3 beim Rallyesprint Pohlheim und 7. Gesamt!


Liebe Motorsportfreunde,

nachdem ich mit Silvia Haupt als Co-Pilotin bei der Rallye Hammelburg wegen technischen Defekts nicht weit gekommen bin, hatten wir beide den Plan in der zweiten Jahreshälfte einen erneuten Anlauf zu starten. Die Wahl fiel auf den Rallyesprint Pohlheim, bei dem 3x die gleiche Wertungsprüfung gefahren wird. Dies hatten wir so ausgewählt, um uns gut aufeinander abzustimmen und „einzuschießen“, damit wir bei großen Veranstaltungen eingespielt an den Start gehen können.

Am Samstag reisten wir beide in der Frühe an, Abnahmen und Aufschrieb klappten gut und so warteten wir auf den Start um 13:08 Uhr. Wir hatten eine niedrige Startnummer „9“ im 50 Fahrzeuge starken Starterfeld – was immer gut ist damit man gleich ohne Verzögerungen in die WP starten kann.

Auch hier hatte ein hochkarätiges Starterfeld mit alleine 9 Konkurrenten in unserer Klasse, genannt. Mit einem guten Gefühl was Reifenwahl (es war warm und ich wollte unbedingt einmal die harte Pirelli-WM-Reifenmischung ausprobieren), Aufschrieb anging, fuhren wir pünktlich aus dem Startpark. Eine kurze Verbindungsetappe zu einem Rundkurs, der mir schon beim Aufschrieb gut gefallen hat. Wir rechneten uns überhaupt nichts aus und wollten „Testen“ und eine gute Rallye fahren.

In WP1 starteten wir auf Asphalt, lange schnelle Geraden, bei denen es bis in den 5. Gang ging um dann wieder Abzweige und enge Kurven hart anzubremsen. Blinde Kuppen waren auch dabei, auf die Kurvenkombinationen folgten. Wir dachten, wir seien verhalten unterwegs gewesen, jedoch war ich teilweise sehr spät auf der Bremse – wir mussten uns noch mit dem Timing für Ansagen aneinander gewöhnen. Wir hatten keine Aha-Erlebnisse, fuhren sauber aber an manchen Stellen dachte ich am Ende der WP „die gehen noch schneller“. Umso mehr waren wir überrascht, dass wir die 7. Zeit von 50 markieren konnten als noch das ganze Feld im Rennen war – unglaublich – so weit Vorne kann ich mich lange nicht erinnern, dass wir nach WP 1 gelegen haben.

Nun ging es zurück in den Startpark um dann eineinhalb Stunden später WP2 in Angriff zu nehmen. Erneut der gleiche Rundkurs mit 2,5 Runden und Ausfahrt. Die erste Runde ging gefühlt viel besser, wir fanden langsam unseren Rhythmus. Leider dachte ich, entgegen dem, was wir im Aufschrieb bei einer sehr engen Kurve auf einer Kuppe geschrieben hatten „Achtung Kurve macht zu“, dass ich diese schneller nehmen kann. Und schon war es passiert wir kamen in die Wiese, in der schon zahlreiche Spuren davon zeugten, dass es hier auch andere zu schnell probiert hatten. Entgegen meines Plans, einfach aufs Gas zu gehen und aus der Wiese heraus zu beschleunigen, drehten wir uns komplett. So eine Sch… dachte ich, als wir rückwärts über die Straße rutschten und mit den Hinterrädern im Gras neben der Straße zum Stehen kamen. Nix passiert, Vorderräder in Fahrtrichtung auf der Straße, weiter geht es – aber als ich aus herausfahren wollte, saßen wir mit dem Unterboden auf der Kannte der Straße auf. Ich versuchte weiter Gas zu geben, die Zuschauer rannten schon in unsere Richtung um uns Anschieben zu können, dann hatte ich endlich Gripp und wir konnten uns ohne Hilfe befreien. Zum Glück war kein anderes Fahrzeug direkt hinter uns, als wir die Straße blockierten. Das hatte alles unendlich Zeit gekostet, ich war sauer auf mich selbst. Hätte ich einfach das, was im Aufschrieb stand beachtet, wäre nix passiert. Die WP fuhren wir so schnell als möglich fertig – ich war etwas „aggressiv“ unterwegs, die Strohballenschikane in der Gabelung zur Ausfahrt streifte ich ganz leicht, aber es ging ohne Schaden gut. Also zurück in den Startpark und erst einmal runter kommen von der Aufregung. Ich sagte nur zu Silvi „so das wars für heute, die 20 Sekunden die wir verloren haben, damit ernten wir nichts mehr“. Erneut überraschte uns die Zeitenliste – es reichte trotzdem noch für die 16. Zeit verrückt!

Nun ging es auf WP3, wir hatten uns vorgenommen einfach alles auf den Punkt zu bringen. Es machte mir Spaß ein bisschen mehr zu pushen – Bremspunkte noch später, die Ansagen von Silvi passten auf den Punkt. Die Stelle an der wir abgeflogen waren, nahm ich in Runde 1 allerdings zu langsam, im zweiten Gang mit weniger Power funktionierte nicht besser, ich hatte zu wenig Schwung auf der Geraden zum Start hin, hier verloren wir etwas Zeit. Aber Runde zwei war perfekt – hier hätten wir nicht schneller fahren können. Am Ende der Runde ging es in einer engeren Kurve durch die Lichtschranke ins Ziel – wir sprangen ins Ziel – das war richtig schnell, wir feierten beide unseren Lauf und fuhren zufrieden ins Park Ferme.

Wir hatten nach dem Dreher mit überhaupt nichts mehr gerechnet, aber dann sagten uns befreundete Rallyefahrer, wir wären nochmal schnell gewesen und gut platziert?! Die 5. Zeit Gesamt auf WP3 und am Ende ein 7. Platz im Gesamten! Und jetzt kam es noch besser, in der Klasse Platz 3, uns fehlten am Ende sogar nur 2 Sekunden auf Platz 2, das war einfach nur geil! Es hat definitiv Lust auf mehr gemacht und ja ich denke die Pirelli WM Reifen sind auch ein Grund, warum wir plötzlich so gut bei der Musik sind.

Als nächste Veranstaltung fahre ich mit Silvi die Rallye Bad Emstal am 07.10.23. Wir grinsen glaube ich beide eine Woche lang…

Es grüßt Euch herzlichst

Euer Jürgen und Team

Podium bei der DRC Rallye Oberehe – Platz 3!


Liebe Motorsportfreunde,

dieses Mal war es eine Rallye vor der Rallye – Michael Götz musste kurzfristig absagen aus beruflichen Gründen und so begann am Mittwoch die Suche für Samstag nach Ersatz. Alle, die sonst mit mir fahren waren Arbeiten, im Urlaub… Kurzfristig sprang Tim Hilpert (ein Nachwuchs-Rallyesportler aus dem ADAC OC Würzburg der schon als Co Erfahrung hat) für die Rallye Oberehe ein.

Nachdem die Nennung geändert, Sitzprobe im Auto geklappt hatte, ging es am Freitagnachmittag nach Rheinland-Pfalz in der Nähe des Nürburgrings nach Hillesheim zum Rallyezentrum. Wir hatten aufgrund des Verkehrs 4,5 Std Anreise, aber bis 21.00 Uhr waren die Abnahmen erledigt und wir konnten uns auf den Weg in die Pension machen.

Am Samstag begannen wir um 8:00 Uhr auf WP1 mit dem Aufschrieb. Der Zeitplan war recht eng, nur bis 11:30 Uhr war das Besichtigen der Strecken zulässig. Der DMSB hat sich wieder mal etwas Neues einfallen lassen, was alles verkompliziert. Es gibt bei DRC-Läufen eine App, die wie in Weltmeisterschaftsläufen mit GPS überwacht, ob man 1km/h zu schnell fährt beim Besichtigen und auf Verbindungsetappen! Diese muss immer aktiv geschaltet sein während der Veranstaltung und Verstöße wurden mit 25€ je km/h geahndet! Zum Glück hat der Veranstalter dies mit Augenmaß gehandhabt und nur grobe Vergehen geahndet, denn wie schnell mal nicht aufgepasst und man ist beim Besichtigen über den zulässigen 60 km/h – ist auch bei uns 4x passiert und ein Alarmton ging an.

Der Aufschrieb klappte gut, es war alles noch neblig und feucht, doch bis zum Start um 12:48 Uhr schien die Sonne und es klarte auf. Mit einem guten Gefühl was Reifenwahl, Aufschrieb anging starteten wir in einen sehr stark besetzten Lauf zum deutschen Rallycup mit Gaststartern aus Holland, Luxemburg und Belgien. Alleine in unserer Klasse waren 15 Starter dabei. Wir rechneten uns überhaupt nichts aus und wollten einfach eine gute fehlerfreie Rallye fahren.

Die WP1 war gleich sehr anspruchsvoll und schwierig, wir starteten auf Asphalt, dann aber in schmierige Kurven und teilweise noch feuchten Stellen, bis in lange schnelle Schotterstücke bei denen es bis in den 5. Gang bergab ging. Es passte bei Tim und mir auf Anhieb im Auto, die Ansagen kamen auf den Punkt und mit jedem Meter bekam ich mehr Sicherheit und Vertrauen und konnte ans Limit gehen. Wir hatten keine Aha-Erlebnisse, fuhren sauber aber ich dachte am Ende der WP „die geht noch schneller“. Umso mehr waren wir überrascht, dass wir die 25. Zeit von 105 markieren konnten als noch das ganze Feld im Rennen war, sau stark.

Nun ging es zur WP2 die von der Landstraße auf teilweise verdreckte, wellige Wirtschaftswege führte und ich Teile noch aus dem Vorjahr kannte. Insbesondere eine Passage im Wald bergauf mit rutschigen Kurven hatte ich noch gut in Erinnerung. Ich fühlte mich immer wohler, die Ansagen von Tim passten aber ich musste gefühlte hundert Mal das Auto korrigieren, da man von einer in die nächste Kurve ohne Gripp ging. An diesem Tag war das Kurvencutten der Schlüssel um schnell zu sein – gut, dass wir im Aufschrieb alles mit Cut und No-Cut geschrieben hatten, so dass ich die „volle Straßenbreite“ nutzen konnten – es funktionierte perfekt mit dem Cutten. Erneut überraschte uns die 25. Zeit im Feld – richtig gut!

Nun ging es auf WP3, welche recht schnelle Streckenabschnitte in einem Rundkurs mit einem langen sehr schnellen griffigen und am Ende noch kurzen schmierigen Schotterstück beinhaltete. Es machte mir Spaß zu cutten und immer noch ein bisschen mehr zu pushen – im Schotterstück an einer Stelle waren wir im Full-Cut mit allen 4 Rädern durch die Wiese – es funktionierte perfekt an dieser Stelle. Am Ende der Runde, an der es in Umlauf 2 und den Auslauf aus dem Rundkurs ging, kam eine Strohballenschikane. Hier holten wir einen Konkurrenten nach einer Runde ein, der 500m vor uns in den Rundkurs gestartet war. Da wir aber aus dem Rundkurs aus der Runde fuhren, verloren wir (denke ich?) nicht so viel Zeit – es ergab den 27. Platz in der Tabelle.

In der Sammelpause berichteten uns viele Fahrer, dass es ihnen ähnlich erging und auf den rutschigen Stellen einige Autos verunfallten – das Feld lichtete sich bereits. Wir entschieden keine Reifen zu wechseln, es passte alles mit der Medium-Mischung so wie es war.

Um 16:29 Uhr ging es zur WP4, hier wusste ich noch aus WP1, dass es schneller gehen könnte. Ich konnte auf den Wegen nach Herzenslust angreifen, hatte Vertrauen in die Reifen. Zwar waren wir 2,5 Sekunden schneller, doch auch die Konkurrenz war schneller als in Durchgang eins, es reichte für uns für die 27. Zeit Gesamt.

Auch die WP 5 gelang gut, ich hatte das Gefühl ziemlich am Limit zu fahren auch hier waren wir 3 Sekunden schneller wie zuvor. Heraus kam eine gute 22. Zeit in der Wertung, jedoch langsamer als einige in unserer Klasse.

Nun kam nochmals der Rundkurs den ich ja mochte, das Schotterstück ging noch schneller, wir cutteten wo es ging, ich glaube wir waren wirklich am Limit unterwegs. Wir konnten die Zeit im Rundkurs um 9,3!!! Sekunden verbessern, das war der Schlüssel zu Platz 3 in der Klassenwertung. Es reichte zwar nicht um den vor uns liegenden Belgier im M3 noch von Platz 2 in der Klasse verdrängen zu können, aber wir standen auf dem Podium! Auch auf dieser WP war es die 21. Zeit in der Zeitenliste die wir markieren konnten.

Wir waren einfach nur glücklich im Ziel mit heilem Auto bei einer sehr anspruchsvoll zu fahrenden Veranstaltung zu stehen. Wir hatten mit nichts gerechnet und am Ende ein 3. Platz in der Klasse und auf 20!!! Gesamt von 105 im Ziel zu stehen, war einfach nur geil! Es hat definitiv Lust auf mehr gemacht und hier hat einfach mal alles gepasst. Tim hat einen fantastischen Job als Co gemacht – Danke fürs Einspringen – besser hätte es nicht laufen können.

Als nächste Veranstaltung fahre ich mit Silvi den Rallyesprint in Pohlheim am 16.09.23 um uns für die Rallye Bad Emstal im Oktober gut aufeinander einzustellen.

Es grüßt Euch herzlichst

Euer Jürgen und Team

Platz 26 Gesamt, 6. Klasse NC 2 war ein gutes Ergebnis

Liebe Motorsportfreunde,

dieses Mal kommt der Rennbericht mit einem Tag Verspätung da ich gestern noch im Zeichen der Nachwuchsförderung im Automobilsport als Slalomleiter bei der Heimveranstaltung des ADAC OC Würzburg im Einsatz war. Da es eine kurze Nacht von Samstag nach der Siegerehrung bis Sonntagfrüh war (um 7:00 Uhr ging es los mit Aufbauen) seht ihr mir das hoffentlich nach.

An diesem Wochenende stand wieder einmal die Main-Kinzig-Rallye in Wächtersbach vor der Türe und zusammen mit Miriam als Co-Pilotin wünschte ich mir einfach eine Zielankunft ohne Probleme. Am Ende sah das Ergebnis auf dem Papier zunächst „ernüchternd“ aus, doch bei dem stark besetzten Feld war an diesem Tag einfach nicht mehr drinnen gewesen – doch schön der Reihe nach, es gibt einiges zu erzählen.

Nach unserem Abflug in den Graben bei der Grabfeldrallye galt es zunächst einmal das Auto auf mögliche Schäden zu checken. Zum Glück stellte sich schnell heraus, dass keine größeren Schäden entstanden sind. Es musste ein Problem am Stoßdämpfer gelöst werden (hier lag der Verdacht für die „Geräusche“ auf defekte Feder, welche zwar getauscht aber nicht die Ursache war, letztendlich war ein Gelenk kaputt) und ein Traggelenk an der vorderen Radaufhängung musste ausgetauscht werden. Die Spurvermessung und Einstellung des Fahrwerks wurde perfekt von Jürgen und seinem Team von AMS vorgenommen und so konnten wir beruhigt zur Rallye anreisen.

Mit 11 Startern in unserer Klasse war klar, das wird heute schwer ganz vorne zu landen, realistisch ist das Mittelfeld. Ein Starter der sonst in der deutschen Meisterschaft unterwegs ist, ein Siegfahrer aus Rheinland Pfalz und die üblichen Verdächtigen waren neben einigen uns unbekannten Startern in der Klassenwertung dabei. Aber wir hatten als Ziel das Ziel – einfach eine gute fehlerfreie Veranstaltung fahren und am Ende sehen, wo wir gelandet sind.

Das Wetter meinte es gut mit uns, es blieb den ganzen Tag trocken bei 18-24 Grad, wir entschieden uns die Pirelli-WM Mediummischung zu probieren, was gut funktionierte. Schon beim Aufschrieb war klar, zwei kurze Rundkurse mit Schotteranteil, viele 90 Grad-Abzweige die eng waren und eine schnelle kurvenreiche Prüfung auf die ich mich freute (da ich diese WP zum Teil aus vergangenen Veranstaltungen schon kannte und für gut befunden hatte).  

Die Wertungsprüfung 1 war für uns komplett neu, im Aufschrieb bei sehr dichtem Verkehr sah diese aber „unangenehmer“ aus als sie im Wettbewerb zu fahren war. Es galt über Wirtschaftswege, einige ganz enge Abzweige die nur mit Handbremse schnell zu meistern waren und auch einem Schotterstück mit Abzweig der richtig Spaß machte, zu absolvieren. Wir hatten eine Sache nicht auf dem Schirm – unsere Lithium Batterie machte Probleme. Diese ist schon ein paar Jahre alt und es ist wohl wie beim Handy, irgendwann hat sie nicht mehr so viel „Saft“ obwohl frisch geladen. Nachdem auf WP 1 eine lange Warteschlange vor uns stand (ein Fahrzeug war abgeflogen und musste geborgen werden) sprang das Auto gerade noch so an. Wir beschlossen, wir lassen den Motor laufen und versuchen so über den Tag zu kommen, was sich als richtige Entscheidung erwiesen hat. Die erste Prüfung hatte auch einen Aha-Moment, nach Runde eins war die Kurve am Start zum Rundkurs „schmieriger“ als gedacht und der Graben kam, nachdem es quer ging, verdächtig nahe – aber es reichte noch. Wir fanden einen guten Rhythmus und markierten die 31. Zeit im Feld als noch alle dabei waren, ein solider Auftakt.

Nun ging es zur WP 2 die ich aus Vorjahren kannte mit einem Mix aus Wirschaftswegen, einer Ortsdurchfahrt, Bremsschikanen die flüssiges durchfahren zuließen und einem Landstraßenabschnitt der mit vielen Kurvenkombinationen Spaß machte. Wir fuhren relativ fehlerfrei, außer dass ich einmal versehentlich den 5. statt den 3. Gang einlegte (hoch statt runterschalten…) gab es wenig auszusetzen an dieser WP – die 28. Zeit „in bester Gesellschaft“ was in der Zeitenliste an guten Autos um uns herum platziert war – kurzum Platzierungen um Rang 30 war das, was an diesem Tag so machbar war.

Erneut ein Rundkurs mit einem Mix aus Wirtschaftswegen, kurzer Ortsdurchfahrt und einem Schotterstück, das es in Sich hatte. Bei einem Rundkurs kann das Problem entstehen, dass man auf vor einem gestartete Fahrzeuge aufläuft und wenn der Wind ungünstig steht, fährt man „in eine Staubwand“ vom Vorgänger. Genau das passierte uns in beiden Runden in diesem Abschnitt – es ging aus dem Ort raus, auf eine lange Gerade bei der wir bis in den 5. Gang hochbeschleunigten, dann Belagwechsel von Asphalt auf Schotter, nach 120 Meter kam ein 90 Grad Abzweig der im Schotterstück stark anzubremsen war. Hier fuhren wir in eine Staubwand, der Abzweig war „unsichtbar“ und nur zu vermuten wo er sich befinden müsste… Im ersten Umlauf hatte ich viel zu früh gebremst, ich dachte besser zu langsam als zu spät und dann rückwärts fahren zu müssen weil ich den Abzweig verpasse. In Runde zwei das gleiche Spiel, aber ich setzte den Bremspunkt später – jedoch immer noch zu früh um „schnell zu sein“. Es reichte hier für die 34. Zeit wir waren im Mittelfeld der Klassenwertung platziert – sicher wären hier ein paar Plätze weiter vorne mit mehr Risiko möglich gewesen.

Auf WP 2 die Asphaltprüfung die ich mochte, hatte Miri einen kleinen „Hänger“ beim Vorlesen. Sie kämpfte nebenbei mit ihrer Wasserflasche bei der der Deckel nicht zu war und Wasser auf ihr Handy lief. Nicht optimal, aber auf meine „Nachfrage was los ist“ kam die nächste Ansage und wir verloren nicht allzu viel Zeit, da ich nur kurz auf Sicht fuhr. Am Ende waren wir wieder einen Ticken schneller als in Umlauf 1 und landeten auf Platz 29 in der Wertung.

Nun ging es auf WP6 zum kleinen Rundkurs, ja der mit den „guten Sichtverhältnissen“ im Schotter. Das selbe Spiel wie im ersten Durchgang, sobald der Schotterabschnitt kam, stand vom Fahrzeug vor mir eine Staubwolke und es ging im Blindflug im Schotter um den Abzweig anzubremsen. Diesmal bremste ich noch ein paar Meter später als zuvor, schneller war es allerdings nicht, obwohl wir keinen Fehler hatten. Wahrscheinlich war der Weg noch mehr ausgefahren und ich zu vorsichtig, am Ende stand die 36. Zeit der WP zu Buche.

Dennoch erreichten wir glücklich das Ziel, Batterie und Auto hatten durchgehalten und das war heute einfach wichtig nach dem Abflug bei der Grabfeldrallye. Wie stark unsere Klasse besetzt war sieht man alleine daran, dass 3 Fahrzeuge unter den ersten 10 von 88 Startern das Ziel sahen. Somit konnten wir mit dem 6. Platz in der Klasse und 27. Gesamt im vorderen Drittel des Feldes ein gutes Ergebnis verbuchen. Dass es am Ende bei der Siegerehrung sogar noch einen Pokal dafür gab, war das Sahnehäubchen an diesem Tag.

Ein kleines Video von der Rallye gibt es auch unter https://m.youtube.com/watch?fbclid=IwAR1RisJxYd45nBgHc4YB3W6Cv1tq72BDV240g_OHzDZ3dg3Zhy0Ih9K-UvM&v=ArPIf7AihvA&feature=youtu.be und uns seht Ihr bei 21:00 Minuten in Action.

Als nächste Rallye steht am 02.09.2023 die Rallye „Oberehe“ mit Michael als Co auf dem Programm – diese hat uns schon im letzten Jahr richtig gut gefallen. Wir freuen uns schon jetzt darauf!

Es grüßt euch herzlich
Euer Jürgen